BUNDESFÖRDERUNG FÜR EFFIZIENTE GEBÄUDE (BEG)

Am 1. Juli 2021 startete die neue „Bundesförderung für effiziente Gebäude - Nichtwohngebäude“. Energieeffizientes Bauen wird mit nicht-rückzahlbaren Zuschüssen bei Neubauten in Höhe von bis zu 22,5% der gesamten Gebäudekosten belohnt. Bei Sanierungen lassen sich sogar Zuschüsse bis zu 50% der Kosten für energetische Verbesserungsmaßnahmen erzielen. Wie das geht, erläutert unser Energieeffizienzexperte Dipl.-Ing. Wolfgang Hartz anhand einer beispielhaften Berechnung. Erste Informationen erhalten Sie auch in unserem Flyer


Was sind die herausragenden Vorteile durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude?
Diese Frage lässt sich schnell auf den Punkt bringen: „Es ist die enorme Höhe der nicht-rückzahlbaren Zuschüsse für energieeffizientes Bauen“. Bei Neubauten können Zuschüsse in Höhe von 15 % bis zu 22,5 % der gesamten Gebäudekosten erzielt werden. Komplettsanierungen werden sogar mit bis zu 50 % der Kosten für die energetischen  Verbesserung gefördert. Die jeweiligen Fördersätze sind in der Tabelle 1 „Fördersätze“ zusammengefasst.

Können Sie die Berechnung der Fördersätze kurz anhand eines Beispiels erläutern?
Für Neubauten und Sanierungen gelten unterschiedliche Fördersätze. Entscheidend ist jeweils, welcher Effizienzgebäude(EG)-Standard erreicht wird. Beispielsweise beträgt der Fördersatz für ein Effizienzgebäude 55 (EG 55) 15,0 % der Gebäudekosten. Der Standard „EG 55“ gibt an, dass – vereinfacht ausgedrückt – maximal 55 % des nach dem Gebäudeenergiegesetz zulässigen Jahresenergieverbrauchs des Referenzgebäudes durch das Effizienzgebäudes verbraucht wird. Es werden also durch Dämmung, effiziente Gebäudetechnik und den Einsatz regenerativer Energie Einsparungen in Höhe von 45 % des zulässigen Gebäudeenergieverbrauchs des Referenzgebäudes erzielt. Außerdem müssen die jeweiligen Effizienzgebäude Mindestanforderungen an einzelne Bauteile einhalten. Die umfangreichen Berechnungen erfolgen auf Grundlage des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), das seit dem 1. November 2020 gültig ist.

Was bedeutet „EE- oder NH-Paket“ und wie wirken sich diese „Pakete“ auf die Berechnung der Fördersätze aus?
Auf Basis des in der Tabelle 1 ausgewiesenen Fördersatzes kann eines der beiden „Zusatzpakete“ ergänzt werden, mit dem der Fördersatz bei Neubauten um 2,5 % bzw. bei Sanierungen um 5,0 % angehoben wird. Das sog. „EE-Paket“ kann angesetzt werden, wenn erneuerbare Energien mindestens zu 55% zur Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes beitragen. Das sog. „NH-Paket“ erhält der Bauherr insofern für das Gebäude ein Nachhaltigkeitszertikat entsprechend des Qualitätssiegels „Nachhaltiges Gebäude“ ausgestellt wird. Es kann jedoch nur eines der beiden Pakete, nicht beide gemeinsam, angesetzt werden. Wird etwa bei einem Neubau der Standard „Effizienzgebäude 40 mit EE-Paket“ erreicht (Neubau EG 40 EE) beträgt der Fördersatz 22,5% (also 20,0% + 2,5%) der Gebäudekosten. Bei einer Sanierung eines Effizienzgebäudes 70 mit EE-Paket (Sanierung EG 70 EE) ergibt sich ein Fördersatz in Höhe von 40,0% (also 35,0% + 5,0%) der Kosten für energetische Verbesserungen.

Sehen Sie weitere Vorteile der Bundesförderung?
Ja, die gibt es. Im Vergleich zur Förderung von Gebäuden nach „KfW55-Standard“ ist der Gesamtzuschuss nicht auf einen maximalen Betrag in Höhe von 200.000 € begrenzt, da die gesamte Bundesförderung von der Europäischen Kommission gegenüber dem BMWi als behilfefrei eingestuft wurde. Für viele der von uns zwischenzeitlich geprüften Bauvorhaben werden deutlich höhere Zuschüsse gewährt.

Gibt es für die Bundesförderung auch Höchstgrenzen?
Für die Bundesförderung gilt ein Förderhöchstbetrag von 2.000 € pro qm-Nettogrundfläche bis zu einem maximalen Förderhöchstbetrag in Höhe von 30 Mio. € pro Zusage bzw. Zuwendungsbescheid und Kalenderjahr. Diese Beschränkung wird für den mittelständischen Industrie- und Gewerbebau nur wenig relevant sein.

Muss der Bauherr wie bei der KfW55-Förderung auch ein KfW-Darlehen aufnehmen?
Nein, die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“  stellt keine Anforderungen an die Finanzierungsstruktur – dieses ist ein weiterer Vorteil der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude. Der Bauherr also kann frei wählen, ob er mit Eigenkapital und/oder Fremdkapital finanziert; ob er einen (klassischen) Hausbankkredit oder einen Förderkredit der KfW in Anspruch nimmt. Die Subventionierung erfolgt somit entweder in Form eines reinen Investitionszuschusses (ohne Kreditinanspruchnahme) oder in Form eines zinsverbilligten Förder­kredites mit Tilgungszuschuss.

Wenn ein Unternehmen einen Neubau oder eine Sanierung plant, wie gehen Sie dann als Energieeffizienz-Experte vor?
Wir bieten unseren Bauherren ein Komplettpaket: „planen, bauen & beraten – alles aus einer Hand“. Wir sichern unseren Bauherren daher auch Baukostenzuschüsse und fördern mit unserem Beratungskonzept „Effizienz & Klima Plus“ nachhaltige und wirtschaftliche Bauweisen. Unsere Energieeffizienz-Experten entwickeln für individuelle Bauvorhaben Stufenkonzepte, d.h. zunächst ermitteln wir die Gebäudekosten unter Einhaltung der gesetzlichen Standards, insbesondere des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Auf dieser Basis bestimmen wir die Maßnahmen und Zusatzinvestitionen, die zur Erreichung der förderfähigen Effizienzgebäude-Standards erforderlich sind. Ein Vergleich der Zusatzinvestitionen mit den zu erwarteten Zuschüssen für die jeweiligen Effizienz-Standards zeigt transparent die finanziellen Vorteile auf.

Könnten Sie uns diese Vorgehensweise an einem konkreten Bauvorhaben weiter verdeutlichen?
Wir haben beispielsweise die Berechnungen gemäß unseres Stufenkonzeptes für ein typisches, ca. 1.750 qm großes Industrie- und Gewerbeobjekt mit Ausstellungs-, Hallen- und Büroflächen durchgeführt (siehe Tabelle 2). Es zeigt sich deutlich, dass der energetisch beste Gebäudestandard „EG 40 EE“ auch allein unter finanziellen Gesichtspunkten die optimale Lösung darstellt. Die Zusatzkosten für bauliche Veränderungen zur Erreichung dieses Effizienzgebäude-Standards belaufen sich auf 234.920 €. Diese Zusatzkosten werden durch den nicht-rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 589.032 € deutlich überschritten. Bei der Zusatzinvestition in diesem Effizienzgebäudestandard (EG 40 EE) beläuft sich der sofortige finanzielle Vorteil auf 354.112 €. Zusätzlich reduziert das Effizienzgebäude die jährlichen Energiekosten erheblich und mit einer Photovoltaik-Anlage, die in den Zusatzkosten enthalten ist, werden Stromerträge generiert. Gleichzeitig wird nachhaltig gebaut und die Umwelt geschont – also eine echte „Win-Win-Lösung“.

Handelt es sich bei den Ergebnissen Ihrer Berechnung eher um einen Einzelfall oder einen typischen Neubau?
Wir haben – auch wenn die Anträge erst seit dem 1. Juli 2021 gestellt werden können – bereits für sehr viele Neubauvorhaben die Berechnungen nach unserem Stufenkonzept „Effizienz & Klima Plus“ durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Investionsberechnungen variieren natürlich in Abhängigkeit von den Gegebenheiten des Einzelfalls. Aber es zeigt sich insgesamt, dass der Baukostenzuschuss die Zusatzinvestition zur Steigerung der Energieeffizienz des Gebäudes bei der von uns typischerweise geplanten Bauweise in der Regel deutlich übersteigt. Eines ist sicher: „Die transparente Prüfung der finanziellen Vorteile anhand unseres Stufenkonzeptes lohnt sich immer!“ 

Ab wann können die Anträge für die Bundesförderung gestellt werden?
Die Anträge für Neubauten und Sanierungen können seit dem 1. Juli 2021 gestellt werden. Der Förderantrag ist unbedingt vor dem Beginn des Vorhabens zu stellen, wobei das Datum des Eingangs des Antrages bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) maßgeblich ist.

Welches Vorgehen empfehlen Sie Ihren Bauherren, um Zuschüsse und gleichzeitig auch Baukostensicherheit zu erzielen?
Planungs- und Beratungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Wir erstellen für unsere Kunden daher immer Festpreisangebote für alle Planungsleistungen und die schlüsselfertige Gebäudeerrichtung mit garantierten Bauzeiten. Auf Grundlage unserer Entwurfsplanung und unserer sorgfältigen Projektentwicklung empfehlen wir, zunächst nur Planungsleistungen zum Einreichen des Bauantrages mit Statik, Brandschutzkonzept, Gebäudeenergieausweis, Berechnungen für die Bundesförderung (BEG) etc. zu beauftragen. Diese Beauftragungen sind nicht förderschädlich und diese Planungskosten werden bei der späteren Ermittlung der Förderbeträge einbezogen. Unter Berücksichtigung insbesondere der Genehmigungszeiten ist eine rechtzeitige Beantragung der Fördermittel und eine anschließende Beauftragung des „Schüsselfertig-Festpreisangebotes“ möglich, ohne dass ein Baubeginn oder ein Fertigstellungstermin dadurch verzögert werden müsste.

Warum lohnt es sich immer, einen Generalunternehmer als Berater bei der Planung von Neubauten oder Sanierungen mit ins Boot zu holen?
Als Generalbauunternehmen betreuen wir Bauherren von der ersten Entwurfsidee über den Bauantrag und die Ausführungsplanung bis zur schlüsselfertigen Errichtung des Gesamtgebäudes – sozusagen „planen, bauen & beraten aus einer Hand“. Wir wissen daher sehr genau wie alle „Stellschrauben“ von der Dämmung der Gebäudehülle über die energieeffiziente Haustechnik bis zur Stromerzeugung mit einer Photovoltaik-Anlage auch unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen Kriterien optimal einzustellen sind. Unsere Qualitätssicherung, etwa durch einen „Blower Door Test“ und die intensive Baubegleitung, garantiert dann, dass die Förderstandards erfüllt sind und die erforderlichen Nachweise auch erbracht werden.

Gerne besprechen wir mit Ihnen, welche baulichen Maßnahmen für Ihr Bauprojekt wirtschaftlich sinnvoll sind, um die Fördermöglichkeiten voll auszuschöpfen. Jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren!

Dipl.-Ing. Wolfgang Hartz, Leiter der Planungsabteilung und Energieeffizienzexperte